9. April 2017

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Zurück in die Vergangenheit

Ursula Katze

Der Sommer läuft auf höchsten Touren mit allen Risiken und Nebenwirkungen wie braun verbranntem Rasen, hitzebedingtem Schlafmangel und noch schlechterem Fernsehprogramm als gewöhnlich. Die mit Kinder im schulpflichtigen Alter Gesegneten nutzen die Ferien, um zu verreisen, deshalb heute und hier etwas für die Daheimgebliebenen. Ich lade euch ein, mich auf eine Reise zu begleiten. Eine Reise, die mit Männern und Frauen zu tun hat, eine Reise, die uns ins Innere unseres Kopfes führt, eine Reise ins Neandertal.

Die Zeit der Säbelzahntiger und des Knochenhaarschmucks hat uns mehr geprägt, als wir meinen, denn die Struktur unseres Gehirns birgt immer noch die Erinnerung an diese frühe Zeit. Viele innere Vorgänge laufen unbewusst noch immer nach urzeitlichen Mustern ab. Damals waren Männer und Frauen noch für verschiedene Aufgabenbereiche zuständig. Von den Männern wurde erwartet, dass sie lösungsorientiert, mutig, stark und entschlossen waren, oder
wenigstens so taten, als wären sie es. Frauen waren für die Bindung in der Sippe und die dafür notwendige Harmonie zuständig. Wer öfter mal ein Sippentreffen besucht, weiß, dass dies eine Herausforderung ist, die Einfühlungsvermögen, Bereitschaft zur Fürsorglichkeit und damit einhergehend, innere Stärke verlangt. Wer der Sippe nicht mit diesen Fähigkeiten zur Verfügung stand, verlor das Recht auf Versorgung und den Schutz der Gemeinschaft. Anders als heute war es im Neandertal nicht möglich, alleine zu existieren, man brauchte sich zum täglichen Überleben. Heute brauchen wir einander zwar nicht mehr zum existenziellen oder materiellen Fortbestehen, allerdings nach wie vor für das emotionale Überleben.

Frauen hatten seit jeher das Bedürfnis nach Intimität und Nähe, während Männer schon damals die Unabhängigkeit vor zogen. Wir erkennen, dass diese ursprünglichen Bedürfnisse recht unvereinbar scheinen und es einige Seelenarbeit braucht, um diese Gegensätze problemlos integrieren zu können.

Um es noch komplizierter zu machen, war es wichtig für den Fortbestand der Menschheit, dass der Mann recht viele Kinder zeugte. Zur Optimierung dieses Vorgangs brauchte er natürlich möglichst viele Frauen. Vielleicht aber hält diese Theorie aber auch nur als eine salonfähige Entschuldigung für männliche Seitensprünge her, in die Welt gesetzt von männlichen Forschern…

Weitere männliche Themen sind soziale Ordnung und Hierarchie. Er ist entweder der Überlegene oder der Unterlegene. In einem Männerleben geht es somit hauptsächlich um Leistung und Macht, während die Frauenthemen zwischenmenschlichen Bindungen, Brutpflege und Freundschaften sind.

Das sind nur einige wenige Beispiele für die These, dass die Urthemen zwischen Mann und Frau schon seit langem festgelegt sind – als Vermächtnis und Erinnerung an unsere Herkunft. Diese Themen sind

immer noch aktuell und spielen in der Begegnung zwischen Mann und Frau eine große Rolle.

Heute können Frauen fast jeden Beruf ergreifen, auch wenn sie oft schlechter dafür bezahlt werden, als ihre männlichen Kollegen. Frauen sind Kanzlerin, Ministerin, Managerin, Popstar und gleichzeitig noch Mutter, Geliebte und Hausfrau. Immer öfter alleinerziehend, weil der Kindsvater, erschlagen von soviel Fähigkeiten, frustriert das Weite gesucht hat oder von der multitalentierten Frau wegen mangelndem Einsatzes auf einem oder mehreren Gebieten hinausgeworfen wurde. Und doch sehnt sich die Steinzeitfrau im Inneren der Karrierelady von Zeit zu Zeit danach, beschützt zu werden und sich anlehnen zu können.

Der Mann ist verunsichert über seine Rolle. Wofür braucht ihn Frau noch? Genaugenommen nicht einmal mehr zum Kinder zeugen, denn schließlich gibt es ja Samenbänke. Aber der Neandertaler in ihm möchte seiner Holden das beste Stück vom Mammut erbeuten und danach am Feuer von seinen Heldentaten berichten. In dem Satz „Die

passt prima in mein Beuteschema!“, klingt die Sehnsucht nach damals, als man das Weibchen über die Schulter warf und mit ihr in der Höhle oder im Wald verschwand. Und, liebe Frauen, ehrlich, manchmal wäre das doch auch ganz nett zur Abwechslung, oder nicht?

Was machen wir nun mit unseren urzeitlichen Bestrebungen? Sie spielen zwar eine Rolle, aber das muss nicht heißen, dass keine Weiterentwicklung oder Veränderung möglich ist. Tatsächlich geht es darum, solche Tatsachen ins Bewusstsein zu heben und zu verinnerlichen. Dann muss man Konflikte, bei denen es um diese Themen geht, nicht als persönliche Bosheit des Partners oder der Partnerin auslegen, sondern kann ein wenig besser verstehen, aus welchen Gründen und Motiven der andere tut, was er tut.

Wer sich für das Thema Liebe und Partnerschaft interessiert, hat bald die Gelegenheit eine besondere Erfahrung zu machen – in Verbindung mit einer Reise auf die Insel der Kraft, Mallorca: „Vom Suchen und

sich finden lassen – Wie Liebe und Partnerschaft gelingt“. Ein Seminar für Singles und Paare vom 5.Oktober 2013 bis 9. Oktober 2013 – Info unter www.phoenixx.de

Ich wünsche euch einen wundervollen Sommer,
herzlich, Ursula Yngra Wieland, PhönixX Lebenscoaching