13. September 2017

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Weihnachtsgrüße ins rot-schwarze Elend

1.FCN Kolumne

Ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende. Ein Jahr voller hausgemachter und clubtypischer Katastrophen. Zuerst der sang- und klanglose Abstieg, gepaart mit unendlichen und vor allem peinlichen Trainersuchen. Anschließend wie erwartet deren Demission quasi als Bauernopfer, um von den Unzulänglichkeiten der sportlichen Leitung abzulenken. Über 10 Jahre Management zum Davonlaufen! Wären die Lichtblicke Meyer und Hecking nicht gewesen, hätte wohl selbst das dümmste Dummvolk längst bemerkt, dass irgendwie der Fisch vom Kopf her stinkt!

Ein bemerkenswertes Clubjahr, in dem sich erstmals kritische Fans erhoben – nach über 10 Jahren des planlosen Herumschlingerns im deutschen Profifußball. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wurde einberufen. Alte Zöpfe sollten abgeschnitten werden, ein Umbruch mittels Basisdemokratie herbeigeführt werden. Ein ehrenwertes Vorhaben allemal, das gnadenlos am Valzefilz und seinen vielschichtigen Verflechtungen scheiterte. Kritische Redebeiträge wurden, auf der mit großem Aufwand herbeigeführten Versammlung, vom organisierten Pöbel niedergegrölt. Teilweise disqualifizierte man sich aber auch aus Unorganisiertheit und fehlender Absprache selbst. Wichtige Anträge wurden durch advokate Winkelzüge und Änderung der Tagesordnung einfach abgeschmettert. Die Strategie ging auf, und der Machterhalt auf Kosten des ehemals Ruhmreichen wurde geradezu zementiert. Gleiches im Anschluss auf der ordentlichen Jahreshauptversammlung. Anstatt sich mit der katastrophalen Bilanz von Bader und Woy kritisch auseinander zu setzten, eröffnete man gewollte Nebenkriegsschauplätze wie Bayernschals und anderer Unwichtigkeiten. Gegen Mitternacht sind eben nur noch die geneigten Mitglieder wie diverse Bierdimpfel-Vereinigungen und das stimmgewaltige, linientreue Ultras-Fußvolk anwesend. Garniert mit einer Menge völlig uninformierter Vollhonks, die scheinbar keine eigene Meinung hatten … und schon war das Ding ein Heimspiel! Das Ergebnis: Der neue Aufsichtsrat ist Schramm reloaded. Weichspüler und Speichellecker wie all die Jahre zuvor! Handeln ist hier wohl auch weiterhin nicht die Devise, sondern eher mal ‘ne ruhige Kugel schieben und bloß keinen Stress aufkommen lassen. Aber das Volk hat nun mal entschieden, und wir ergeben uns der allumfassenden Kompetenz der sportlichen Leitung für viele weitere lustige Jahre. Jedem das Seine!

Angreifen wollte man zu Saisonbeginn, den Abstieg sofort und mit allen Mitteln wieder rückgängig machen. Der wohl größte Sch(n)itt der Bundesligageschichte wurde gemacht. Eine komplette Mannschaft wurde für ein Butterbrot versilbert und verhökert. Viele Spieler musste man aufgrund katastrophaler Vertragsmodalitäten wie Ausstiegsklauseln, die scheinbar nach dem Gießkannenprinzip vergeben wurden, hilflos ziehen lassen. Verkauft wurde das dann als großer Schnitt – als Umbruch und gewollte Entsorgung der allein für den Abstieg verantwortlichen Spieler. Man wollte die Transfererlöse sofort reinvestieren – wie großkotzig von Herrn Woy angekündigt wurde. Man war ja schließlich angeschlagen und musste etwas bieten. Von Königstransfers und Granaten war die Rede. Dauerkartenverkäufe wurden trotz des Abstiegs mit diesen leeren Versprechungen auf Rekordniveau unter das treudoofe Clubvolk gebracht. Was dann kam, spottete jeder Beschreibung. Ein Kader aus mittelmäßigen Bankdrückern der 2. Liga und limitierte 3. Liga Protagonisten wurden im 10er Pack herangekarrt und unter Vertrag genommen. Die Granaten und Königstransfers blieben bis auf einen natürlich völlig aus! Egal, die Dauerkarten waren ja nun verkauft. Aus dem versprochenen gestandenen Zweitligatrainer mit Aufstiegserfahrung wurde dann ein Trainerlehrling aus der 4. Liga. Losgeeist mit ordentlicher Ablösesumme kam dann Valerien Ismael aus irgendeiner Spaßliga bei Wolfsburg, der dann mit dem von Bader und Co. bunt zusammengewürfelten Potpourri an Stolperern direkt wieder aufsteigen sollte. Jeder Penner am Bahnhof mit 4 Litern Sangria im Blut konnte vorher ahnen, dass dies völlig realitätsfremder Schwachsinn ist. Nur unser St. Martin, getragen von einem unendlich dankbaren Aufsichtsrat halbseniler Grüßonkel schwebte auf Wolke Sieben! Der Rest ist ja bekannt … und wenn nicht, dann lässt er sich logisch ableiten, ohne jemals irgendeine Tabelle gesehen zu haben. Nachdem auch dieser „Trainer“ nun auf unserer üppigen Gehaltsliste steht, wie viele andere planlose Experimente zuvor, haben wir nun mal wieder einen neuen Mann, der für den Vorstand Sport durchs Feuer gehen darf. Der Anfangserfolg war da, man erstolperte sich das eine oder andere Pünktchen durch Torminimalismus und Unvermögen der Anderen. Eben bis zu diesem Derby, zu dem ich lieber keine Worte mehr verlieren möchte! Der geneigte Clubfan dürfte nun wieder zufrieden sein, und die FCN Weihnachtskugel ist poliert!

Nun ist sie da die Winterpause – angekommen im Niemandsland der Tabelle und mit einer wiedererstarkten Hoffnung bei den total beclubten und anderen Allesbeklatschern! Der Trainer hat die eklatanten Schwächen dieser Rumpeltruppe bereits erkannt und auch öffentlich gefordert, dass man nachlegen müsse. Verstärkungen holen in der Winterpause. Dass eben diese Winterpause nicht gerade zu den besten Transferperioden zählt, weiß selbst ein Martin Bader. Man wird von gefühlten Neuzugängen sprechen, wenn Rekonvaleszenten aus dem Verletztenlagern zurückkommen, denn Geld sei, wie man aus gut informierten Insiderkreisen hört, keins da für neue Spieler! Es sei denn, man verkauft. Da fragt man sich dann aber schon, für wen man denn da nennenswerten Transfererlös erzielen sollte, ohne dieses zerbrechliche Gebilde noch mehr zu schwächen. Wie es aussieht, wird wohl niemand kommen. Oder vielleicht doch ein Baderscher Vorgriff auf die nächste Saison für Lau? Egal, wie wenig man als Cluberer mal wieder zu erwarten hat, den Titel „Shopping-Queen der Herzen“ hat Martin Bader schon gepachtet!

In diesem Sinne ein frohes Fest, und schön die FCN Christbaumkugel polieren – das Einzige, das derzeit glänzt beim Club!

Bericht: Olly Rock klein

2 COMMENTS

  • hans heyder

    volle zustimmung– der fisch stinkt immer vom kopf-

    beispiel 1- augsburg, für die sprach/spricht nichts (im vergleich zum club) ausser ein gutes management

    beispiel 2 – wolfsburg, die spielten trotz massig kohle viele jahre gegen den abstieg, dann kamen allofs und hecking,
    sonst hat sich im prinzip nichts geändert,und schon glaubt jeder ohne zu zögern, dass die in die champions-l.
    kommen

    BADER RAUS!!!!!!!!!!!

  • Clubfan

    Leider eine gefühlt richtige Abbildung der letzten Jahre FCN. Dieser Baderfilz ist wirklich in alle Lebensadern des FCN gekrochen von Sportfive angefangen, denen man still und leise einen weiteren 5 Jahresvertrag zugeschoben hat, statt seine Geschicke einer tradionellen Marke selbst in die Hand zu nehmen, aber vielleicht will man dem St. Martin im Gegenzug bei S5 einen Stuhl warm halten, sollte er doch mal überraschend eine berufliche Veränderung benötigen.

    Die letzten Jahre, sportlich nix, marketing nix, (der Club ist einfach für Investoren unattraktiv) wirtschaftlich bei weitem nicht so wie man dem Fußvolk gerne (leider erfolgreich) glauben machen will.

    Baderfilz trifft das Ganze leider wie den berühmten Nagel auf den Kopf. Nur eins muß man fairerweise sagen, solange keine kompetente Alternativen auf der Bühne auftaucht, die auch bereit ist in die Verantwortung zu gehen, wird man ihn wohl weiter (runter)wirtschaften lassen müssen.
    Das lassen wir uns dann weiterhin nur als unglückliche Verkettung unvorhersehaberer Umstände schön reden. Wie immer halt!

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