13. Juli 2017

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„Warte Zeit“ im Hauptbahnhof vom 7. bis 19.7.

13. RischART_Projekt in München0_Deckblatt_Rischart_Pressemappe_2015

Vom 7.7. bis 19.7.2015 sind in der Schalterhalle und in weiteren Räumen des Hauptbahnhof München zehn Kunstwerke, Installationen und Performancestätten rund um das Thema „Warten“ zu betrachten, begehen und zu erleben.Warte Zeit

„Warte Zeit“ ist das 13. RischART_Projekt der Münchner Konditorei und Bäckerei Rischart. Seit 1983 regt Gerhard Müller-Rischart Künstler an Kunst im öffentlichen Raum vorzustellen. Zusammen mit Kuratorin Katharina Keller und Sohn Magnus Müller-Rischart führt er immer wieder Kunst und ihre Betrachter an Orten zusammen, an denen diese keine Kunst erwarten. Die RischaART_Projekte wurden 2008 vom damaligen Oberbürgermeister Christian Ude mit der Medaille „München leuchtet“ sowie 2013 mit dem Gewinn des Deutschen Kulturförderpreises ausgezeichnet.

„Warte Zeit“ regt die Besucher des Hauptbahnhofs an, ihre Wartezeit informativ, kreativ und aktiv zu nutzen.

Warte ZeitDen neuesten Medien geschuldet gibt es eine kostenlose App „LIGNA. Warten. Ein Audioguide ins Nichtstun.“ unter www.linon.de/ligna-warten für Android und iOS zum Download. Die Künstlergruppe Ligna aus Berlin und Hamburg bietet ganz unterschiedliche Ansätze seine Wartezeit zu nutzen. Mal ist es eine Führung ins Nichts-Tun, ein anderes Mal eine aktive Aufforderung seine Wartezeit aktiv zu erleben, indem man sich auf die Vorschläge einlässt.

Zentral in der Schalterhalle ist die Installation „Bessere Zeiten“ von Veronika Veit aufgebaut. Ein Bauwagen aus fiktiven Materialien mit Fenstern weckt die Neugier der Betrachter. Im Inneren ist ein Kontrollraum aufgebaut, dessen Kontrolleure per Videoaufzeichnung gezeigt werden. Wie die beiden Kontrolleure in diese Situation gekommen sind wird mit teils absurden, teils verzweifelten Dialogen, die ausnahmslos als übersetzte Untertitel aus amerikanischen Katastrophenfilmen stammen, im Video dargestellt.

Gleich daneben findet man die „Mal- und Schreibstube“ von Matthias Beckmann. Hier kann der Wartende kreativ aktiv werden und sechs Ausmalbögen mit konturierten Motiven des Hauptbahnhofs farblich gestalten. Diese gibt es in DIN A3 oder als Postkarten, die man selbst oder vom Fachpersonal, mit ausgewählt leserlicher Handschrift, beschreiben und verschicken lassen kann.

Ebenfalls in der Schalterhalle befindet sich die Installation „Marshmallow“ von Wolfgang Stehle, dessen Assoziation der Bonbonstand in unmittelbarer Entfernung ist. Die Installation dient als Infostand für Besucher der Ausstellung, aber auch um Nachrichten an die Künstler zu hinterlassen. Man kann sich aber auch beim Betrachten rein an den Farben und Formen des Kunstwerks erfreuen. Hier liegen auch Kataloge der vorherigen RischArt_Projekte aus.

Warte ZeitAn Gleis 11 befindet sich bei den Waschräumen ein Bunker mit politisch-historischer Bedeutung. In den 50er-70er Jahren wurden hier insgesamt 4,1 Millionen Gastarbeiter auf ihrem Weg in eine Zukunft in Deutschland bei der Personalienerfassung durchgeschleust.
„Endstation Zukunft“ ist der schlüssige Titel zum Werk Willi Dorners, das nur einzeln für jeweils 15 Minuten zu erfahren ist. Willi Dorner führt den volljährigen Besucher im abgedunkelten Raum auf eine Suche in einem selbst. Er fordert auf seine Komfortzone zu verlassen und eine neue Erfahrung in diesem Raum zu machen, sich neue Perspektiven zu erschließen. Diesen Mut brachten 4,1 Millionen Menschen schon vor einem selbst auf.

Vor den Gleisen singt Ute Heim ab 12 Uhr Mittags, angelehnt an den Western „High Noon“ aus ihrem Handkarren heraus Sehnsuchtslieder für die Wartenden und Ankommenden. Ab 11.15 Uhr zieht sie den Wagen, stilistisch angelehnt an eine Bushaltestelle in Lappland, durch das Sperrengeschoss im Haupthahnhof zu den Gleisen. Auf die jeweilige Stimmung eingehend wird Heim bestimmte Lieder singen.

Doris Weinbergers „Kiosk II“ bietet dem Wartenden Wünsche und Bedürfnisse, die sie zuvor in Bremen und Hachenburg gesammelt hat. Diese gibt es als Postkarten, aber auch in Konsumgüterverpackungen wie Flaschen oder Zigarettenpackungen. Die Währung zum Erwerb eines Wunsches ist nicht Geld, wie es vielfach schon angeboten wurde, sondern selbst einen Wunsch zu formulieren und für andere zu hinterlassen.

Im Warteraum des Hauptbahnhofes ist die Videoinstallation „Non Io so, – ich weiß es nicht“ Clea Stracke & Verena Seibt zu betrachten. Angelehnt an Antonionis Film „L’eclisse“ transformieren die Künstlerinnen eine Wohnküche in ein fahrendes Zugabteil, deren Reisende sich auf einer Fahrt mit offenem Ziel befinden. Themen wie Angst vor dem Stillstand, Wunsch nach Bewegung und die Frage nach der Möglichkeit der Umwandlung an einschneidenden Punkten des Lebens werden angesprochen.

Weitere Installationen gibt es an anderen Stellen des Hauptbahnhofes zu entdecken. Möglicherweise an Orten, die man als Reisender oder auch als Münchner nie zuvor gesehen oder betreten hat… Warten lohnt sich!

Alphabetische Liste der Teilnehmer:

Döhrte Bäumer: www.doerthe-baeumer.de
Matthias Beckmann: www.matthiasbeckmann.com
Willi Dorner: www.ciewdorner.at
Ute Heim: www.uteheim.com
Franziska & Sophia Hoffmann: http://hoffmann-projekte.de
LIGNA: http://ligna.blogspot.de & www.linon.de/ligna-warten
Clea Stracke & Verena Seibt: www.strackeseibt.com
Wolfgang Stehle: www.wolfgangstehle.com
Veronika Veit: www.veronika-veit.com
Doris Weinberger

Warte_Zeit_quer
Ausstellungsdauer: 7. bis 19. Juli 2015
Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 20 Uhr
Führungen: Öffentl. Kuratorenführungen mit Katharina Keller jeweils am Sonntag, 12. & 19. Juli, 11 Uhr.
Treffpunkt: RischArt-Information, Hauptschalterhalle
rischart logoweitere Informationen: www.rischart.de/art
facebook: www.facebook.com/rischartprojekt

bhf

Mit freundlicher Unterstützung von:

www.einkaufsbahnhof.de

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