17. Januar 2017

You are here: / Kunst/Kultur / Musik / Newcomer / VIET CONG erstmals live im Milla am 20.5.2015

VIET CONG erstmals live im Milla am 20.5.2015

VIET CONG

VIET CONG

Ho ho Ho-chi-minh? Viet Cong ist sicherlich ein ungewöhnlicher Name für eine Rockband. – Aus dem kanadischen Calgary stammen Viet Cong, die grade erst ihr selbstbetiteltes Debüt auf dem US-amerikanischen Indie-Label Jagjaguwar (Bon Iver,  Black Mountain, Okkervil River) veröffentlicht haben und am 20. Mai erstmals in München (Milla) live zu sehen sind.

VIET CONGNach dem Ende der Gruppe Women gründeten Matt Flegel und Michael Wallace zwei Mitglieder der Band die Nachfolgeformation Viet Cong. Nach einer Single und einer Kassette, ist nun die erste grössere Veröffentlichung dieses spannenden Projekts – von der man noch einiges hören wird – erschienen. Das Album ist jedenfalls sehr vielversprechend und auch live eilt diesem Viet Cong der beste Ruf voraus.

Viet Cong setzen direkt an den sperrigen, innovativen Sounds von Woman an. Dabei braucht es nur eine Minute des Album-Openers ,Newspaper Spoons“, um festzustellen, dass dies eine Platte für den Winter ist (die allerdings auch im Frühjahr funktioneren sollte). Das Werk hat kaum begonnen und die Gitarre knurrt bis zum Ende dieser Auftaktminute noch nicht, doch schon diese flüchtigen Momente zelebrieren eine fast schon greifbare Eiseskälte. Wenn man sich jedoch – wie bei großer Kälte – zusammenreißt und mit gesenktem Kopf weitermarschiert, bewegt sich ,Newspaper Spoons“ vom markanten, fast schon militärisch anmutenden Drumbeat zu einer Melodie, die noch immer bedrohlich wirkt, gleichzeitig jedoch zerbrechlich und fast schon transzendent daherkommt.

Dieser unfehlbare Instinkt dafür, einen eiskalten Song zu erwärmen, ist die schärfste Waffe in den Händen von Viet Cong. Dieses Talent mag rau sein, aber berauschend. Aus jeder denkbaren Richtung scheint es Dekonstruktion und Auflösung, Härte und Verfall zu regnen. Dabei hört man die Einflüsse der Band heraus: Roher Punk und stilvoller Post-Rock, Progressive Rock, Post-Wave und ein Schuß Psychedelic.

“Pointless Experience” zum Beispiel bietet scheppernde Drums, die von Schrammel-Gitarren und in den Hintergrund gemischtem verzerrten Gesang begleitet werden. “Continental Shelf” dagegen – siehe auch das großartige Video weiter unten – ist ein Song, der Indie-Gitarren über ins Ohr gehende Hooks jagt und dabei vielleicht an Joy Divison erinnert. Das Ganze ist so eingängig, dass man nicht einmal bemerkt, dass der Song keinen Refrain hat und dann kommt eine Zeile wie ,if we’re lucky we’ll get old and die“, die so gut klingt, dass es unglaublich erscheint, dass sie nicht schon bei Leonard Cohen, Trent Raznor oder Nick Cave aufgetaucht ist.

Die Presse über Viet Cong:

„Benannt nach den vietnamesischen Guerilla-Kommunisten spielt das Quartett aus Calgary nicht nur mit dem Topos Gewalt, sondern auch mit Rockstilen aller Art.“
(Intro)

„Ihre Kombination von Lo-Fi und Post-Punk lässt eben das Herz eines jeden Fans von dystopischer, pulsierender Musik höher schlagen. Wer bietet ansonsten eine adäquate Mischung aus Guided By Voices, Echo & The Bunnymen und Animal Collective? Die Musik von Viet Cong ist einerseits schwer, mit Gitarren, die nicht als solche wiedererkennbar sein sollen, und mit einem rastlosen, rauen Drive.“
(laut.de)

„mithin wohl eine der spannenderen veröffentlichungen in diesem jahr, die live mit sicherheit noch an intensität gewinnen wird.“
(Oh Fancy)

“At no point does Viet Cong ease up on the pressure; this is its mourning period, as the massive production culminates in a furious bonfire of rage and release that’s stunning in its scope. The year is too early to call, but if more records match Viet Cong’s restless moods, there may not be much left of us come December.”
(NPR Music’s “First Listen”)

VIET CONG
20.05.2015 München | Milla
Einlaß: 20:00 Uhr | Beginn: 21:00 Uhr

Fotos: ©David Waldman, Colin Way

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked ( * ).