16. November 2017

You are here: / Gastronomie / Genuss / Tanja Grandits als Gastköchin im Restaurant Ikarus

Tanja Grandits als Gastköchin im Restaurant Ikarus

Bildschirmfoto_2012-04-02_um_08.54.48.png

Klein ist sie und zierlich. Fast zerbrechlich möchte man sogar meinen. Doch der erste Eindruck täuscht gewaltig: Tanja Grandits, die im Restaurant STUCKI Basel das Zepter und die Kochlöffel schwingt, ist ein echtes Kochschwergewicht, das beim Kombinieren von Aromen, Farben und Texturen förmlich über sich hinauswächst. Das Ergebnis sind frische, verspielte und farbenfrohe Kreationen, an denen kein anspruchsvoller Gourmet vorbeikommt.
Bevor Grandits mit Aromen und Farben experimentierte, standen jedoch Schwefel, Salzsäure und Natron auf ihrem (Lehr-)Plan. Der Grund: Nach ihrer Kindheit und Jugend im süddeutschen Albstadt begann Tanja Grandits ein Chemiestudium. Allerdings mit mäßiger Leidenschaft. Nach zwei Semestern hatte sie genug von H2O und Co. und startete eine Kochlehre im renommierten Luxushotel Traube Tonbach. Jetzt war der Grundstein für ihre eindrucksvolle Küchenkarriere gelegt. Nach dem beschaulichen Schwarzwald verschlug es Grandits ins Nobelhotel Claridge‘s im quirligen London,

wo sie ihre Vorliebe für die asiatisch inspirierte Fischküche und ihre Leidenschaft für das Kombinieren von süß und scharf entdeckte. Danach machte sie Station im Château de Montcaud in Bagnol-sur-Cèze, Südfrankreich. Hier vertiefte sie nicht nur ihre Liebe fürs Kochen, sie lockte auch die Liebe ihres Lebens hinter dem Ofen hervor – im wahrsten Sinne:  Grandits lernte dort den damalige Küchenchef und ihren heutigen Ehemann René Graf kennen.
2001 eröffneten die beiden ihr erstes gemeinsames Lokal, das Thurtal in Eschikofen. Mit durchschlagendem Erfolg: 2006 wurde Grandits vom Gault Millau zur Köchin des Jahres und mit 16 Punkten ausgezeichnet. „Tanja Grandits holt die raffiniertesten Gewürze und Aromen der Welt in den kleinen, feinen Landgasthof und verblüfft mit Gerichten, die fantasievoll und gradlinig zugleich sind“, resümierten die damaligen Tester begeistert. Als für das legendäre Restaurant Stucki-Bruderholz in Basel im Jahr 2008 ein neuer Pächter gesucht

wurde, musste Tanja Grandits nicht lange überlegen. Mit Töchterchen Emma und Ehemann René zog sie an den Rhein, um fortan die Geschichte des Restaurants weiterzuschreiben.
Die Aromaküche ist auch im STUCKI Basel Grandits‘ unverkennbares Markenzeichen. Sie kredenzt eine Harmonie aus Gegensätzen, die spannender nicht sein kann. Alles ist durchdacht und harmonisch aufeinander abgestimmt. Selbst bei der Farbgestaltung ihrer Kreationen überlässt sie nichts dem Zufall. „Für jedes Gericht gibt es ein Hauptaroma und eine Hauptfarbe“, erklärt Grandits. Das Ergebnis sind bunte und aufregende Kompositionen wie Vanillezander mit Gelbwurz und geröstetem Fenchelpüree, Ziegenkäsekuchen mit Estragon und Datteltomaten oder Lammhaxenravioli mit Amaretti-Kürbis-Püree und Birnen-Sambal. Gelungene Würzkombinationen, die süß und scharf vereinen.
Ihre kreative Aromaküche eroberte die Herzen der Feinschmecker und Kritiker erwartungsgemäß im Sturm. So erhielt das STUCKI

17 Gault-Millau-Punkte und einen Michelin-Stern. Dazu veröffentlichte Grandits bereits drei Kochbücher, die alle zum Bestseller avancierten: „Aroma pur: Meine fröhliche Weltküche“, „Alles klar: Im Glas gekocht – im Glas serviert“ und „Eingemacht & Ausgepackt: Geschenke aus meiner Küche“.
Nichts ist wie es scheint – schon gar nicht bei Tanja Grandits, die auf den ersten Blick so zierlich wirkt: Grandits zeigt wahre Größe, wenn es um das Kombinieren von Aromen, Farben und Texturen geht. Klein, aber oho? Klein, aber oh … wow!Bildschirmfoto_2012-04-02_um_08.55.10.pngBildschirmfoto_2012-04-02_um_08.55.00.pngBildschirmfoto_2012-04-02_um_08.55.10_01.png