11. Oktober 2017

You are here: / Allgemein / Sport / ISPO 2015 – Eine Nachlese …

ISPO 2015 – Eine Nachlese …

„Was ist neu, was kennen wir schon, was braucht man unbedingt, was kann man sich sparen?“ Mit diesen Fragen im Gepäck haben wir die ISPO Munich 2015 besucht. Apropos Gepäck, schon auf dem Weg zur Messe und im Eingangsbereich fällt auf, dass jeder zweite Besucher einen Trolli hinter sich her zieht. Daran kann man deutlich erkennen, dass es eine Messe rein für Händler ist und leider nicht für den begeisterten Hobbysportler.

Die 16 Hallen der Messe sind aufgeteilt in die Bereiche Outdoor, Ski, Health/Fitness, Textrends, Sourcing, Sportstyle, Performance, Actions Sports und BrandNew Actions Sports.  1 ½ Tage sind wir durch die Hallen gezogen und haben geguckt, gequatscht und nachgefragt. Logisch, dass wir nicht jede Halle mit der gleichen Aufmerksamkeit besucht haben und auch nicht jeden Stand – aber einige waren dabei, da haben wir schon genau hingeschaut.

ISPO2015-OdloAls ein persönlicher Favorit ist der ODLO Stand zu nennen. Mit ODLO Funktions-Kleidung zu laufen ist für mich nichts Neues – umso gespannter war ich, was sich bei Design und Funktion getan hat. Sehr viel Neues gab es unter dem Strich nicht zu sehen, wobei es fraglich ist, was dem Läufer bei seinen Runden draußen an Innovation tatsächlich noch fehlt. Die „must-haves“ wie Lauftight, Funktionsshirt und Jacke, Stirnband oder Mütze kommen bei ODLO in altbekannter Form, aber in neuen Farben und anderen Mustern daher. Auffällig schön war die Funktionsunterwäsche, die lange Unterhose könnte glatt als trendige Leggings durchgehen. Was uns besonders gefallen hat, war die Aussage, dass die Füllung der Laufjacken zu 40 % Prozent aus recycelten Kunststoffmaterialen hergestellt wird.

Thermoball TheNorthFaceHier begegneten wir  bereits zum 2. Mal dem Thema Nachhaltigkeit bzw. Umgang mit Ressourcen. Zuvor hatten wir schon am The North Face Stand erfahren, dass gerade im Bereich der Gewinnung der Daune neue Produktionswege eingeschlagen worden sind, und The North Face bis 2017 komplett auf tierleidfreie Daunen umsteigen möchte. Passend zum Wandel waren in bunten Farben die neuen Jacken der Serie „Thermoball“ ausgestellt, welche die Wärme einer 600er Daune versprechen, aber eine Kunststofffüllung ähnlich dem bekannten Primaloft haben. Wir begrüßen auf jeden Fall das Umdenken und glauben, dass man mit dieser Jacke sowohl am Berg als auch in Münchens Straßen bei Kälte und Nässe gut eingepackt ist.

Die Themen „verantwortlicher Umgang mit Ressourcen, Nachhaltigkeit und Tierschutz“ zogen sich wie ein roter Faden durch die Messe, zumindest bei den großen uns bekannten Herstellern … ehrlicherweise müssen wir aber sagen, dass wir die Hallen der chinesischen Aussteller gemieden haben. Auf diesem Themengebiet ist unser absoluter Favorit und Vorreiter seit langem die unaufdringliche und deshalb umso sympathischere Marke Maloja,  direkt vom „bayerischen Meer“. Der familiäre Betrieb hat eineISPO2015 - Maloja Systempartnerschaft mit Bluesign, einem Technologie-basierten Siegel, das transparent Verbesserungen im Bereich der umweltschonenden, gesundheitsfreundlichen, sicheren und vor allem schadstofffreien Produktion entlang der textilen Herstellungskette von seinen Mitgliedern verlangt. Neben dem Siegel erfuhren wir von der sehr gut informierten PR Managerin, deren „Bekenntnis“ für Maloja beinahe greifbar war, dass Maloja auch mehrere Hilfsprojekte unterstützt.  Eine wunderschöne Strickjacke beispielsweise wird durch  5 Frauen in Armenien mit der Hand gestrickt. Die Frauen werden durch Maloja seit 2012 mit der Herstellung beauftragt. Das Projekt startete als Hilfsprojekt, unabhängig vom Verkauf und tatsächlichem Absatz sicherte Maloja den 5 Frauen über ein Jahr lang monatliches Gehalt für die Fertigung der Jacken zu, wodurch den Familien ein gesichertes Einkommen garantiert wird.  Die Jacke wird Gott sei Dank immer noch gestrickt und als persönliche Note steht innen der Name der fleißigen Strickerin. Eine wunderschöne Idee und nebenbei ein Kleidungsstück, das handgemacht, einmalig und für die Ewigkeit ein echte Bereicherung des Kleiderschranks bedeutet.

Genug geschwärmt, jetzt wird’s technisch,  wir kommen zu den neusten Accessoires, die man als Sportler so dabei haben sollte: die sogenannten Fitness-Tracker. Ich erinnere mich noch an Schrittzähler, die man früher sogar mal bei MC Donalds bekommen hat. Heute gibt es Fitness-Tracker in allen möglichen Farben, mit verschiedensten Funktionen und natürlich von günstig bis teuer.

ISPO 2015 Fitbit SurgeBei Fitbit sind wir auf die leistungsstarke Fitness-Superwatch „Fitbit Surge“ gestoßen, sie wurde mit dem ISPO AWARD 2015 in der Kategorie Performance-Segment-Devices als Product of the Year ausgezeichnet. Die schlicht schwarze und schlanke Uhr sieht schon ziemlich cool aus und macht was her am Handgelenk. Doch sie kann mehr: sie misst den Puls am Handgelenk und ist mit GPS ausgerüstet, wodurch sie sich natürlich vom üblichen Tracker entscheidet, der meist nur die Schritte und verbrannte Kalorien zählen kann.  Mit dieser Uhr – so sie denn verlässlich und schnell ein GPS Signal bekommt und die Pulsmessung auch wirklich funktioniert – soll pulsbasiertes Training möglich sein. Und wo ist nun der Unterschied zu den normalen, altbekannten Pulsuhren?

Wie schon gehört, die Pulsmessung findet am Handgelenk statt, die Schlafqualität kann überwacht und aufgezeichnet werden, Kalorien, Schritte und aktive Minuten werden getrackt und die Uhr ist mit über 120 Smartphones kompatibel, so dass auf dem Display eingehende Nachrichten etc. sofort gelesen werden können. Der Vorteil: aktuell informiert während meines Laufes erfahre ich via SMS, dass sich am Abend alle wieder auf ein Bierchen treffen – und ich kann sofort reagieren und 2 Kilometer mehr drauflegen.ISPO2015 -  LED LENSER

Auch erwähnenswert, weil in dieser Ausführung von uns noch nirgends entdeckt und eine echte praktische Sache:  die Stirnlampe LED LENSER XEO 19R. Diese High-End-Stirnlampe passt sich mit ihren LEDs deiner Leistung individuell an, was bedeutet: je schneller du auf dem Bike, dem Board oder auf Skiern unterwegs bist, desto heller leuchtet das Licht. Die LEDs lassen sich unabhängig voneinander fokussieren und so das Licht permanent optimal verteilen. Das verlangt auf jeden Fall nach einem Test, um zu sehen, ob die Lampe auch hält was sie verspricht.

Zum Schluß kommen noch ein paar Zeilen zum Bereich Fitness/Health. Hier konnte man eine Vielzahl von Gerätschaften entdecken, die zum Rollen der Faszien gedacht sind. Faszien sind Teile des Bindegewebes; zu ihnen gehören alle kollagenen faserigen Bindegewebe, Bänder, Sehnen, Teile des Muskels und flächige feste Bindegewebsschichten. Diese Faszien werden meist schmerzhaft angesprochen, wenn das entsprechende Körperteil, beispielsweise die Wade, über eine harte Massagerolle gerollt wird, wodurch Druck auf das gesamte Gewebe gegeben wird. Durch längeres Verweilen auf den schmerzhaften Punkten – und die spürt man sofort – oder mehrmaliges darüber rollen, können Verklebungen gelöst werden. Vereinfacht dargestellt kann man sagen: es findet eine  Akupressur statt. Die Kunststoffrolle „Blackroll“, der Vorreiter der Massagerollen, ist mittlerweile vielen Sportlern bekannt. Die regelmäßige Anwendung wird auch von Ärzten und Physios nach jeder Sporteinheit oder zum „Ansteuern“ der Muskulatur kurz vor einer Trainingseinheit und auch zu Therapiezwecken empfohlen. Das Angebot der Rollen auf der ISPO war riesig und eigentlich nicht zu überblicken. Ich habe mich deshalb dafür entschieden, einfach weiter meine altbewährte Blackroll zu benutzen.

Dann haben wir uns noch an einem Training Tower versucht, dem Spielplatz der Erwachsenen. Tatsächlich schaut der Tower aus wie ein zu groß geratenes Klettergerüst für Kinder, nur in edlem schwarz und natürlich viel massiver. Ein Turm an dem alle möglichen Gerätschaften befestigt werden können: TRX-Systeme, Seile, Therabänder, um nur einige zu nennen. Hier kann man Funktional-Training in allen Varianten betreiben, ob Klimmzüge an der Stange, Bauchmuskelübungen im TRX oder Liegestütze. Alle diese Übungen haben eins gemeinsam: es werden immer mehrere Muskelgruppen angesprochen, und das Gewicht und somit die Intensität bestimmt sich nach dem eigenen Körpergewicht, das ich variabel einsetzen kann. In einigen Fitnessstudios gehören diese „Towers“ bereits zum Inventar. Hier hat sich eine Art zu trainieren entwickelt, die sich etablieren wird und viele Sportler anspricht, da keine Gewichte gestemmt werden müssen und das Training mit eigenem Körpergewicht dennoch enorm anstrengend sein kann.

Was bleibt noch zu sagen? Die ISPO ist eine sehr spannende Messe, die vieles zu bieten hat und einen Vorgeschmack auf kommende Trends gibt. Das Thema „Ökologische Produktion“ wird in jedem Fall zunehmend in den Focus rücken, die Funsportarten werden weitere Nischen hervorbringen und das Thema „Sport & Outdoor“ wird mehr und mehr den Alltag erobern. Dass die Branche angesichts dieser Entwicklungen entspannt ist, war auf den zahlreichen Stand-Partys nach Messeschluss zu sehen. Auch wir haben hier nicht nein gesagt und uns unters Partyvolk gemischt, hatten die Stände doch einiges an guter Musik zu bieten. So bleibt letztlich der Eindruck einer guten Messe und der Ausblick auf ein spannendes sportliches Jahr! Bis zur ISPO 2016 …

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked ( * ).