1. September 2017

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Hundeernährung, was ist die richtige Wahl?

Herr Kehrbein, Sie sind zertifizierter Hundeernährungsberater. Gibt es aus Ihrer Sicht klare Argumente für oder gegen Nass- bzw. Trockenfutter?
Nassfutter sammelt vor allem dadurch Pluspunkte, dass es überwiegend aus tierischem Eiweiß besteht, was der Natur des Hundes als Fleischfresser entgegenkommt. Trockenfutter weist hingegen relativ viel pflanzliches Eiweiß auf. Weiter weist Nassfutter einen hohen Feuchtigkeitsanteil auf – nämlich bis zu 70 Prozent. Trockenfutter kommt hingegen nur auf 10 Prozent. Von Nassfutter benötigt man aber aus diesem Grund größere Mengen als vom stärker konzentrierten Trockenfutter. Dafür muss bei Trockenfutter noch mehr auf eine ausreichende Wasserversorgung über den Tag geachtet werden. Der größte Nachteil des Nassfutters ist die vergleichsweise komplizierte Lagerung. Anders als Trockenfutter muss Nassfutter nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt werden, oder zeitnah verfüttert werden. Zudem nehmen die Dosen meist mehr Platz weg und machen die Einkaufstüte schwerer.
Worauf muss man beim Kauf von Nassfutter und Trockenfutter besonders achten?
Gutes Nass- wie auch Trockenfutter erkennt man an einem besonders hohen Anteil von tierischem Eiweiß. Gut ist es, wenn mindestens 60 % Fleischanteil vorhanden ist. Am Besten ist das Fleisch in Lebensmittelqualität. Abfallprodukte wie minderwertige tierische Nebenerzeugnisse aber auch künstliche Zusätze wie Lockstoffe, Farbstoffe und Konservierungsmittel  sollten möglichst nicht enthalten sein.

Hat man ein passendes Futter gefunden, die Zutatenliste genau überprüft und für gut befunden, so ist der Hund am Zug. Ihm muss es schmecken. Frisst er die Futtermarke gern, sollte man dennoch sicherstellen, dass der Hund mit dem Futter auf Dauer gesund bleibt. Dazu ist eine ständige Beobachtung erforderlich: Besonders ist auf die Verdauung, ein glänzendes Fell und gesunde Haut zu achten.

Auch Zähne und Zahnfleisch sind zu überprüfen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, hat man das richtige Futter gefunden.

Bei der Fütterung von Nassfutter ist es für Zahn- und Zahnfleischpflege ratsam, gelegentlich auch etwas Trockenfutter zu verfüttern. Eine Alternative sind Kauknochen, bei denen der Hund seine Zähne verstärkt benutzen muss.

Beim Füttern mit Trockenfutter ist eine große Menge Wasser über den Tag verteilt absolut notwendig. Der Hund braucht die Feuchtigkeit. Außerdem gilt: Abwechslung macht´s. Auch Hunde freuen sich, wenn das tägliche Einerlei hin und wieder unterbrochen wird.

Was halten Sie von Barfen?
Die Rohfütterung (BARF) ist mit Sicherheit die artgerechteste Fütterungsart. Sie geht auf die Ursprünge des Hundes als Wolf zurück. Die Grundlage der BARF-Ernährung bilden Fleisch, Knochen, Knorpel,

Fette und Innereien. Die Hunde müssen allerdings, anders als bei Nass- bzw. Trockenfutter, dann immer mit roher Nahrung gefüttert werden. Die Ernährungsumstellung auf BARF stellt einen langwierigen Prozess dar. Der Nachteil: Diese Fütterungsmethode ist sehr aufwendig und teuer. Zudem darf man nicht vergessen Vitamine und Gemüse in die Ernährung einzubauen.

Was also?  BARF, Nass- oder Trockenfutter?
Das ist eine Entscheidung, die jeder Hundebesitzer für sich treffen muss.
Prinzipiell gibt es hier keine schlechte Entscheidung. Wichtig ist hier vor allem, die für den jeweiligem Hund beste Fütterungsart zu wählen. Denn am Ende zählt nur, dass der Hund durch die gewählte Ernährung auf Dauer gesund bleibt!

Interview mit Michael Kehrbein, Inhaber von Daps Hundefutter und Experte für Hundeernährung.“