15. Juli 2017

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Heimatsound-CD-Release-Konzert mit Claudia Koreck und Haindling: so klingt Heimat heute

Heimatsound Willy Michl, Claudia Koreck, Haindling

Mit „Heimatsound“ haben Bayern 2 und das Bayerische Fernsehen einen Trend gesetzt und neue Musik aus Bayern und dem Alpenraum gezielt gefördert. Am Mittwoch, den 03.04.2015, fand im Rahmen der zweiten Heimatsound-CD-Veröffentlichung ein Konzert mit Claudia Koreck, Willy Michl, Hans-Jürgen Buchner und sowie den Gewinnern des Heimatsound-Wettbewerbs – Hundling und Paul Istance and The Magic Mumble Jumble – statt. Und magazine4 wollte wissen: was bedeutet „Heimatsound“ für die Künstler?

Am 5. Juni 2015 erscheint bereits die zweite Heimatsound-CD, die der Bayerische Rundfunk und Sony Music herausbringen. Auf der Doppel-CD „BR- Heimatsound Vol. 2“ sind 42 Titel bekannter und neu entdeckter Musikerinnen und Musiker aus Bayern und dem Alpenraum vereint; darunter z.B. Hubert von Goisern, Wanda, Haindling, Alex Cumfe und Mathias Kellner.
Im Vorfeld der CD-Veröffentlichung lud der Bayrische Rundfunk zu einem kleinen, feinen CD-Release-Konzert, auf dem sich auch Größen der „Heimatsound“-Musik wie Hans-Jürgen Buchner (Haindling), Claudia Koreck und Isar-Indian Willy Michl die Ehre gaben.
Moderiert wurde das Konzert, das gleichzeitig auch auf der Webseite des BR unter www.br.de/heimatsound gestreamt wurde, von den Moderatoren Dagmar Golle und Sebastian Horn. Das Publikum bekam eine bunte, lustige und familiäre Show zu sehen: es gab Stars zum Anfassen, Newcomer zu entdecken und viel gute Musik aus Bayern und dem Alpenraum.

Den Anfang machte die wunderbare Claudia Koreck, die nicht nur auf CD, sondern vor allem live jedes Mal wieder eine Wohltat für Augen und Ohren ist. „Heute sind sehr viele unterschiedliche Künstler da – was ich sehr gut finde,“ schwärmte sie nach ihrem Auftritt. „Ich finde es super, wenn der „Heimat-Gedanke“ erweitert wird. Es braucht nicht immer nur das Prädikat „Bayern“ oder „Mia san mia“; ich bin sehr für einen offeneren Gedanken: wir sind alle Teil eines großes Ganzen, und es ist toll, zu sehen, dass wir das hier alle so leben.“ Was bedeutet denn „Heimatsound“ für Claudia Koreck? „Der Heimatbegriff ist schon ein wenig angestaubt, und man denkt bei diesem Wort sofort an die traditionelle Heimatmusik – aber es gibt hier so viele talentierte Leute, die ganz eigenständige Musik machen. Und da spreche ich nicht nur von bayerischen Künstlern – das kann in der Wüste oder in Amerika sein … und das ist ja genau das Schöne an Musik, denn sie verbindet einfach alles!“

Auch Willy Michl ist als Münchner Kultfigur, Gesellschaftskritiker und Musiker aus der Szene nicht wegzudenken. Der Isar-Indian fällt nicht nur durch seine ausgefallene Optik mit Federschmuck und Indianerketten auf, sondern hat sich bereits in den 70er Jahren einen Namen mit völlig neu konzipierter Musik im Mundart-Bereich gemacht. Vor seinem Auftritt, bei dem er Hits wie „Isarflimmern“ zum Besten gab, konnten wir auch mit ihm über Musik aus der Heimat sprechen. „Das Heimatsound-Konzept gefällt mir sehr gut. Da können junge Leute in Erscheinung treten … und wir Urgesteine können auch mitmachen! Die bayerische Musik, also auch die Volksmusik, die volkstümliche Musik und Schlager, ist ein ganz großer Bereich. Da gibt es Musiker, die ganz traditionelle Musik machen, und dann gibt es junge Leute, die in dieser Tradition sehr progressiv weitermachen – ich finde das eine sehr schöne Entwicklung und ich freue mich, dass auch ich ein Teil davon war und bin“. Würde er sich mit seiner Musik auch unter den Begriff „Heimatsound“ einreihen? „Natürlich gehöre ich zum Heimatsound dazu – ich war ja einer der Ersten, der damals in bairischer Sprache mit moderner Musik – den bayerischen Blues – gesungen hat.“

Bunt wurde es mit den Zweitplatzierten des Heimatsound-Wettbewerbs, die nicht nur beim Konzert ihre Musik präsentieren durften, sondern auch beim Heimatsound Festival in Oberammergau (31.07. – 01.08.2015) auftreten dürfen: Paul Istance and The Magic Mumble Jumble. Der Münchner schart ein kreatives Musiker-Kollektiv um sich, das schon alleine beim Anblick Lust auf mehr macht. Selbst Claudia Koreck war begeistert und informierte sich nach weiteren Konzertterminen der Band.
Der Erstplatzierte des Heimatsound-Wettbewerbs, „Hundling“, zeigte bei seinem Auftritt, dass Bayern auch in Sachen „Blues Rock“ weiterhin ordentlich mitmischen kann. Sein Song „Probiert hod a’s“ geht direkt vom Ohr in die Beine; das Publikum tanzte und klatschte begeistert mit. Für den Hundling und seine Band war der Gewinn des Wettbewerbs eine große Freude: „Wir haben wie alle anderen gehofft, dass wir gewinnen – aber dass wir dann gleich den ersten Platz machen, das war für uns schon eine Überraschung! Da haben schließlich über 200 Bands teilgenommen!“ Ist Bairisch-Singen derzeit eine Erfolgsgarantie? „Es ist auf jeden Fall eine Kerbe, in die man reinschlagen muss. Aber für uns war es einfach ein Bedürfnis, etwas in unserer Muttersprache zu machen (…) und die Sprache hört sich zum Singen einfach gut an!“ Da können wir nur zustimmen!

Ein großes Highlight war für uns das Gespräch mit Hans-Jürgen Buchner aka Haindling, der als einer der Vorreiter in der bayerischen Musik gilt. Bei seinem Auftritt gab es ordentlich Gänsehaut und private Einblicke in sein Musiker-Leben. Sieht er sich als Vertreter des „Heimatsounds“? „Ich würde meinen Stil als „Musik aus Bayern“ bezeichnen. Oft heißt es ja „bayrische Musik“ – aber ich sage „Musik aus Bayern“. Ich bediene mich zwar manchmal auch der traditionellen Muster, aber ich verwende Elemente aus der ganzen Welt; meine Musik kommt aus Bayern, wird in Bayern gemacht und wird auf Bairisch gesungen.“ Auf den Heimatsound-Wettbewerb und die Newcomer angesprochen, antwortet er Folgendes: „Ich würde keinen Wettbewerb mitmachen – ich bin überhaupt kein Gewinner-Typ, der sagt „Da muss ich jetzt unbedingt gewinnen“. Hier war es halt jetzt ein Wettbewerb – aber im Grunde ist es für mich nichts anderes, als wenn sich junge Künstler ohne Wettbewerb hervortun.“ Aber sind die Chancen mit einem Wettbewerb aufgrund der Aufmerksamkeit nicht größer? „Ich sage immer: Wer brennt, der bringt es zu etwas! Man muss von der Sache begeistert sein und darf nicht nach Berühmtheit oder nach Geld schielen oder einfach irgendetwas nachmachen. Wer wirklich begeistert ist von seiner Sache, der macht sein Ding.“
Was würde Hans-Jürgen Buchner denn gerne musikalisch noch ausprobieren? „Ich lasse das total offen: was mir Spaß macht, das mache ich! Das ist das Schöne an meiner Musik, dass ich alles machen darf. Ich habe bei der Plattenfirma niemanden, der mir sagt „Ne, das musst Du aber jetzt anders machen“. Ich habe die letzte Kontrolle – und das, was ich will, kommt auf die Platte … und aus!“
Und so motivierte er alle Künstler des Abends zu einem gemeinsamen Song: dem Friedenslied „Sag mir, wo die Blumen sind“. Ein wunderbarer Abschluss eines herrlich erfrischenden Konzertabends – und für alle, die nicht live dabei sein konnten, überträgt der BR das gesamte Konzert heute Nacht von 00:55 bis 01:55 Uhr (06.06.2015) im Bayerischen Fernsehen.

Videointerviews mit: Claudia Koreck, Hundling, Willy Michl und Haindling folgen in Kürze hier auf magazine4!

TV-Übertragung:
Heimatsound Spezial aus dem Studio 2 des Bayerischen Rundfunks mit Sebastian Horn
06.06.2015  von 00:55 bis 01:55 Uhr im Bayerischen Fernsehen

Mehr Infos zur neuen Heimatsound-CD:
http://www.br.de/service/programm/br-magazin/heimatsound-neue-cd-2015-11-100.html

Hier könnt ihr in die Konzert-Auftritte der Künstler reinhören:
http://www.br.de/themen/kultur/sendungen/heimatsound/spezial-ueberblick-100.html 

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