26. Juni 2017

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„Goggo macht mobil“ – Sonderausstellung zum 60. Geburtstag des Goggomobil

gogo1Das Goggomobil – keine 3 Meter lang, knapp 1,30 Meter breit – dennoch Platz für fünf Personen. Es ist ein Winzling im Vergleich zu heutigen Autos der Trapperklasse. Dennoch gehörten diese Autos zu den Lieblingen der Deutschen. Erschwinglich, damals noch mit dem weiter verbreiteten Motorrad-Führerschein zu fahren, eroberte der „Goggo“ der Hans Glas GmbH von Dingolfing aus die Herzen der Menschen.

Das Verkehrszentrum des Deutschen Museums München zeigt ab jetzt, bis zum 18. Oktober 2015 zum 60. Geburtstag des Goggomobil eine Sonderausstellung „Goggo macht mobil“ mit 20 Originalfahrzeugen. Bis auf eines sind sie allesamt Leihgaben von Mitgliedern des Glas-Automobilclubs International. So sind in der Ausstellung die ersten Goggo-Roller, ein Pritschen-Dreirad und diverse Varianten der Gogh Limousinen und Coupés, sowie der „Isar“ und die Nachfolgemodelle des Goggomobils bis hin zum Glas 2600 mit V8 Motor, 150 PS und 2,5 Litern Hubraum zu bestaunen.Zweiergruppe Goggo Coupe weiss

Der Goggo T 250 war jedoch das beliebteste Modell der Dingolfinger Autoschmiede. Die 50er Jahre waren auch der Aufbruch in die deutsche Massenmotorisierung. Mit seinem günstigen Einstiegspreis von ca. 3.500 DM war er auch für jene erschwinglich, die sich bis dato kein Auto leisten konnten. Rund 250.000 Exemplare des T 250 brachten ihm den Rang des meistgebauten Kleinwagen seiner Klasse ein. Bettina Gundler, Leiterin des Verkehrszentrums, erklärt den Erfolg: „Das Auto bediente in der Wirtschaftswunderzeit die Bedürfnisse nach Automobilität auf einfachem Niveau und für den kleinen Geldbeutel. Das Goggomobil steht für den schnellen Wandel Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg: verkehrsgeschichtlich zur automobilen Gesellschaft und sozialgeschichtlich zur Konsumgesellschaft, die quer durch alle Schichten das Reisen für sich entdeckte.

27850Die weiten Reisen erforderten auch ein gewisses Maß an Komfort. Die Deutschen wollten nicht mehr mit dem Roller Wind und Wetter ausgesetzt sein – sondern doch ohne Erkältungsgefahr am Ziel ankommen. Der 250 cm³ Motor ermöglichte es Besitzern älterer Motorradführerscheine das vierrädrige Goggomobil zu fahren. Damit wurde es trotz seiner geringen Abmessungen gleich zur Familienkutsche. Gundler: „Damals war das Publikum eben noch weniger platzverwöhnt.

gogo2In der Modellpalette des Goggomobil war für fast jeden möglchen Käufer etwas zu finden: ob schlichte Limousine, schickes Coupé, Reisewagen oder Kleintransporter für Post oder kommunale Verwaltungen – Goggomobile gab es für fast jeden Zweck. Alleiniger Hersteller der Kleinfahrzeuge war die Hans Glas GmbH aus Dingolfing, die ursprünglich als Landmaschinenfabrik gegründet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte Glas dem Trend, zunächst mit Rollern und später dann mit Kleinwagen auf den Markt zu kommen. Später folgten auch größere Fahrzeuge, wie der Glas 1700 bis hin zum Glas mit V8 Motor. An die Erfolge des T 250 konnte jedoch keines der Fahrzeuge mehr anknüpfen. Nur ein gutes Jahrzehnt spielte der Autobauer in Zeiten des Wirtschaftswunders in der deutschen Automobilindustrie mit, bevor er 1967 von BMW übernommen wurde.

Bei der Restauration eines Goggomobils konnte anhand verbauter Teile festgestellt werden, dass BMW bis weit in die selection_detail_818.170er Jahre noch Originalteile liefern konnte.

Die gemeinsame Sonderausstellung des Verkehrszentrums und des „GLAS Automobilclub International e.V.“ hat noch mehr als Autos zu bieten: Bilder und Filme der Ausstellung veranschaulichen den Kontext und Nutzergeschichten der 1950er und 1960er Jahre. Die Ausstellung läuft bis zum 18. Oktober 2015.

Deutsches Museum Verkehrszentrum Logo
Ausstellungort:
Deutsches Museum Verkehrszentrum
Am Bavariapark 5
80339 München
Geöffnet täglich von 9 bis 17 Uhr
Web: www.deutsches-museum.de

Fotos: ©magazine4/Dominik v.Nostitz

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