4. November 2017

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GLÖÖCKLER be ART – im Interview auf der STROKE bei der Galerie Cornelia Walter

GLÖÖCKLER be ART – im Interview auf der STROKE bei der Galerie Cornelia Walter

Harald Glööckler ist ein Phänomen: wo er auftaucht, herrscht Ausnahmezustand. Ob TV-Sendungen, öffentliche Auftritte wie beim Wiener Opernball oder jetzt die exklusive Präsentation seiner Kunstwerke auf der Kunstmesse STROKE Art Fair am Stand der Galerie Cornelia Walter: Glööckler begeistert, Glööckler polarisiert und Glööckler interessiert.

Am 01.05.2015 drängten sich in München Fans, Schaulustige und Kunstmesse-Besucher nicht etwa beim traditionellen Maibaumaufstellen, sondern am Stand von Galeristin Cornelia Walter auf der Kunstmesse STROKE auf der Praterinsel. Einen Maibaum sieht der Münchner alle Nase lang – einen funkelnden, glitzernden Harald Glööckler in Plauderlaune aber nicht. Also wurden die Handys, Kameras und Fotoapparate gezückt, als der Kultdesigner im schicken, gestreiften Zwirn den Stand der stolzen Galeristin betrat und auf einem extra für ihn inszenierten Thron vor einem seiner Gemälde Platz nahm.

Die STROKE ist eine der wichtigsten Kunstmessen für zeitgenössische Kunst. Über 20.000 Besucher zählt die Kunstmesse, auf der Street-Art, Urban Art, Photographie und Installationen gezeigt werden. Cornelia Walter Galerie ART & STYLE ist mit ihren Künstlern bereits zum zweiten Mal auf der Kunstmesse vertreten. Die Galerie mit ihrem Standort in München-Schwabing vertritt etablierte und junge Künstler mit den Schwerpunkten Malerei, Photographie, Installation und Skulpturen. Ihre Fokussierung liegt auf zeitgenössischer Kunst.

Der geschickten Überzeugungskunst von Cornelia Walter ist es zu verdanken, dass in diesem Jahr auch der Kultdesigner Harald Glööckler auf der STROKE vertreten war. Ich freue mich sehr, dass wir hier in München auf dieser fantastischen Messe sind!“ Eine „im positiven Sinne trotzige Messe“, so empfindet der Designer die Münchner STROKE. „Es ist laut, unkonventionell und rebellisch … und das finde ich sehr schön!“
Bereits seit über 18 Jahren beschäftigt sich Multitalent Glööckler mit der Malerei – dies zunächst jedoch nur im privaten Rahmen. „An der Entscheidung, mit meiner Kunst in die Öffentlichkeit zu gehen, ist Frau Walter schuld. Man sollte nie Menschen zu sich nach Hause lassen, die mit Kunst zu tun haben – dann geht das los.“ Über ein dreiviertel Jahr leistet Cornelia Walter danach Überzeugungsarbeit. „Sie sagte: „Kunst kann man nicht einsperren –mit den Bildern machen Sie bestimmt vielen Menschen Freude.“ Das war dann letztendlich auch der Grund, warum ich gesagt habe, dass wir es machen“, sagt Glööckler im Interview. Und so nahm die Zusammenarbeit mit der engagierten Galeristin ihren Lauf. Als erste Galerie Süddeutschlands darf Cornelia Walter nun Glööcklers pompöse Kunst auf Kunstmessen und Vernissagen zeigen.

Wir sehen bunte Kunstwerke – integriert in opulente Rahmen, mal protzig und prächtig, mal nachdenklich und emotional. Genau wie bei seinen anderen Kreationen beweist Glööckler auch in seiner Kunst Charakter und Individualismus. „Frau Walter hat in ihrer Galerie nun Bilder von mir hängen – da gehen Frauen vorbei, die sagen: Mensch, das ist doch ein Glööckler. Und das, obwohl die nie ein Bild von mir gesehen haben!“
Steckt ein tieferer Sinn hinter der Kunst von Harald Glööckler? Was will der flippige, extravagante Designer mit seinen Bildern vermitteln? „Erstmal will man gar nichts vermitteln. Da macht man das nur für sich selbst. Und dann entdecke ich, dass ich sehr viel damit transportiere. Es ist eben gar nicht so wichtig, was man vermitteln will, sondern was man letztendlich tatsächlich vermittelt. Die Menschen sehen Lebensfreude, Blumen … ich habe schon oft gehört, dass die Menschen sagen, meine Gemälde hätten zwar keine Gesichter, aber schauen einen an. Viele sagen auch, dass es wie eine Therapie ist: Du schaust ein Bild an, und es geht dir gut.“
Nutzt auch er als Künstler die Kunst und das Malen als „therapeutische“ Auszeit? „Ich glaube, dass eher andere denken, dass ich eine Therapie bräuchte“. Er lacht. Als Therapie würde er das Malen nicht bezeichnen; vielmehr entdecke er sich dabei immer wieder selbst. „Es hilft der Weiterentwicklung meiner Seele“.

glööckler be ArtGlööckler redet gerne über seine Kunst. Er erzählt viel und ausschweifend. Seine Werke bezeichnet er als Kinder – was zeigt, wieviel Herzblut in jedem einzelnen Gemälde steckt. „Ein paar meiner „Kinder“ sind ja nun erwachsen und dürfen in die große Welt gehen.“ Hat er Abschiedsschmerz, wenn eines seiner Bilder den Besitzer wechselt? „Nein, wenn ich etwas entscheide, dann wird das gemacht. Wenn ich sage, dass die gehen dürfen, dann dürfen die auch gehen. Die Schwierigkeit ist eher folgende: wenn ich sie dann wieder sehe und sie sind noch nicht wirklich verkauft – wie dieser kostbare, bemalte Teppich hier hinter mir, dann sage ich zur Frau Walter: „Ich will ihn eigentlich doch gar nicht verkaufen“. Sie sagt dann immer: „So, jetzt gehen wir mal hier weg; jetzt gehen wir wo anders hin“. Die größte Sorge von Galeristen ist natürlich, dass ich plötzlich meine Meinung ändern könnte und doch nicht verkaufen will.“

Die Angst ist verständlich. Glööckler hat seinen eigenen Kopf. Er sieht sich als Rebell: „Ich bin ein barocker Punk. Eine Kunsthistorikerin aus Wien hat geschrieben, dass ich das Rokoko und den Punk zusammengebracht habe – das fand ich sehr spannend. Punk ist gut! Punkt ist toll!“
Und der Punk malt am liebsten nackt. Trotzdem gestylt? „Wenn ich anfange, bin ich gestylt, wenn ich aufhöre, nicht mehr – zumal ich oft auch eine Gasmaske aufsetzen muss … da sieht man danach natürlich aus wie aus der Hecke gezogen. Aber das ist ja auch egal – dann geht es in die Badewanne, und gut is‘“.

Frisch gebadet und gestylt können sofort die nächsten Projekte in Angriff genommen werden. Am 05.05.2015 eröffnet Glööckler nun auch einen Pop-Up-Store in der Sendlinger Straße 46. Bis zum 31. Juli können die Münchner in einer großen Auswahl von Glööckler-Produkten stöbern. „Ich finde es eine tolle Möglichkeit, den Münchnerinnen meine Produkte näher zu bringen – und für mich ist es eine gute Möglichkeit, zu sehen, was in München besonders gut ankommt. So habe ich die Möglichkeit, eine Testphase zu machen.“

Zeit wird’s, dass Herr Glööckler bayerisch lernt – so oft, wie er nun in München zu sehen ist. magazine4 hat gleich mal mit einem kleinen Lehrgang begonnen: Harald Glööcklers erste Schritte im bayerischen Dialekt gibt es im Video zu sehen.

Harald Glööcklers Kunst live:
Cornelia Walter Galerie ART & STYLE
Belgradstraße 11
80976 München

GLÖÖCKLER Pop-Up-Store:
Sendlinger Straße 46
80331 München
vom 05.05.2015 bis 31.07.2015

Text & Interview: Susanna Chmiel
Video: Susanne Butzer

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