21. August 2016

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Exklusive Facts zur ZDF-Krimiserie „The Team“ – Marc Benjamin im Interview

the team marc benjamin

Mit der vierteiligen Krimi-Serie „The Team“ beschreitet das ZDF in seiner internationalen Großproduktion neue Wege. „Ich freue mich sehr, dass es unter der Federführung des ZDF gelungen ist, diese wahrhaft europäische Koproduktion auf die Beine zu stellen. Acht Länder haben sich an dem Projekt beteiligt, gedreht wurde in fünf Landessprachen. (…) Schön finde ich, dass die ZDF-Initiative gefruchtet hat und „The Team“ in den beteiligten Ländern fast zeitgleich zur Ausstrahlung kommen wird. Zudem wird das Programm zwei Wochen vor Sendestart in der ZDF-Mediathek in der europäischen Originalfassung abrufbar sein. Dies entspricht den veränderten Sehgewohnheiten und unterstreicht den innovativen Charakter dieser neuen Krimireihe, die für mich jetzt schon zu den Highlights des Jahres 2015 gehört“, so ZDF-Programmdirektor Dr. Norbert Himmler.

Darum geht es: Menschenhandel, Zwangsprostitution, Rauschgift, Geldwäsche, Steuerbetrug, Auftragsmorde – die Statistiken über das organisierte Verbrechen in Europa sind schwindelerregend. Um dem entgegen zu treten, wurde in Den Haag die Initiative zur Gründung von „Joint Investigation Teams“, kurz JIT, gegründet – kleine, flexible Ermittlungsgruppen, die unbürokratisch, grenzübergreifend ermitteln. In „The Team“ wird die Geschichte eines solchen europäischen Ermittlerteams erzählt, das in Berlin, Kopenhagen und Antwerpen eine mysteriöse Mordserie aufzuklären hat. Harald aus Dänemark, Jackie aus Deutschland und Alicia aus Belgien decken die Machenschaften einer der größten und skrupellosesten Verbrecherorganisationen Europas auf. Ihre Suche nach der abscheulichen Wahrheit führt sie in Abgründe von Tod und Zerstörung und fordert hohe persönliche Opfer.

Auch ein Wahl-Münchner ist in der innovativen TV-Serie zu sehen. Marc Benjamin ist Teil des Ensembles der Münchner Kammerspiele und glänzte schon in vielen anspruchsvollen Theaterrollen. Auch seine ersten Kinorollen hat der Jungschauspieler (u.a. in Matthias Schweighöfers „Vaterfreuden“) bereits mit Bravour gemeistert. Der aus Basel stammende Schauspieler übernimmt in der internationalen Produktion „The Team“ die Rolle des jungen Undercover-Agenten Max Ritter. Wir haben im Interview viele interessante Facts zur Serienproduktion erfahren: wie ist er an die begehrte Rolle gekommen, was macht für ihn den größten Unterschied zwischen TV und Theater aus … und sogar ein paar intime (und lustige) Infos zum Dreh seiner Sex-Szene hat er uns verraten!

magazine4: „The Team“ ist eine internationale Großproduktion mit vielen Schauspielern aus den unterschiedlichsten Ländern – wie sind die Produzenten auf Dich aufmerksam geworden?

Marc Benjamin: Ich wurde zum Casting eingeladen und hatte Glück. Bei diesen grandiosen Schauspielern war dies schon ein Ritterschlag für mich.

magazine4: Krimi-Serien gibt es viele. Was hat Dich an „The Team“ besonders gereizt?

Marc Benjamin: Die Internationalität. Das länderübergreifende Drehen. Die Chance, mit Schauspielern aus ganz Europa gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, war einmalig. Zudem bin ich kein Fan von Synchronisation und fand es mutig, ein Format zu drehen, das fünf Sprachen beinhaltet. Zum Glück kann man die Serie auch online im Original schauen.

magazine4: Die Themen der Serie sind schwer und eher drückend; es geht um Prostitution, Menschenhandel – nimmt man diese Themen nach Drehschluss auch mit nach Hause? Zieht einen so etwas nicht runter?

Marc Benjamin: Natürlich wird man für diese Themen sensibilisiert. Und das soll auch das Ziel sein. Wir alle denken immer, dass dies nur ganz weit weg von uns passiert, in einer Welt, in der wir uns ja nie bewegen würden. Menschenhandel kriegen wir nicht mit, weil wir es nicht in Verbindung setzen, nicht weil wir es nicht sehen. Es ist die Realität direkt vor unseren Augen, und dessen sind wir uns nicht bewusst. Wenn die Serie es schafft, dafür ein paar Antennen zu entwickeln, war es das wert.

magazine4: Könnt ihr als Schauspieler bei so einem schweren Thema denn am Set auch Spaß haben, oder ist man eher in angespannter Stimmung?

Marc Benjamin: Gerade dann ist es wichtig, sich mit einer gewissen Leichtigkeit zu bewegen. Jeder Tag an diesem Set war eine Freude.

magazine4: Wie schaffst Du es, Dich von einer emotional aufwühlenden Rolle zu entspannen?

Marc Benjamin: Burger und Bier.

magazine4: Wärst Du nach dem Dreh jetzt auch fit, in den Polizeidienst zu gehen?

Marc Benjamin: In The Team spiele ich einen jungen Undercover Agenten, und ehrlich gesagt habe ich einen tiefen Respekt davor, was diese leisten müssen. Es bedeutet, alles aufzugeben – inklusive sich selbst. Die Autoren hatten mir diese Geschichte von einem jungen Ermittler erzählt, der über mehrere Jahre aus zwei strikt getrennten Taschen lebte. Eine Private und eine für die Rolle, die er spielen musste, damit er nicht durcheinander gerät – bis irgendwann die beiden Taschen eins wurden.

magazine4: Hat man nach acht Monaten des gemeinsamen Drehens auch danach noch Kontakt zu den Kollegen? Findet man da Freunde?

Marc Benjamin: Während des Drehs verbringt man eine intensive Zeit mit diesen Kollegen, was bedeutet, dass man sich sehr gut kennen lernt, ohne viel über den anderen zu wissen.  Ich merke aber immer wieder, dass dieses Wissen über den anderen eine Freundschaft ausmacht.

magazine4: Bei der Produktion von „The Team“ sind viele verschiedene Nationalitäten aufeinander getroffen – macht das die Arbeit nicht schwierig, da jeder eine ganz andere Mentalität und Herangehensweise hat?

Marc Benjamin: Die Deutschen waren sehr gut organisiert, die Dänen wollten immer vorwärts machen, und die Belgier fügten dem Ganzen noch ein Prise kreatives Chaos hinzu. Diese produktive Mischung machte die Arbeit speziell und lehrreich für alle Beteiligten.

magazine4: Lass uns ein wenig Mäuschen spielen und verrate uns eine lustige Begebenheit vom Set.

Marc Benjamin: Bei der Sexszene mit Jella Haase musste ich einen Eierschoner tragen, wie die Hockey Spieler. Ich dachte schon, es wäre peinlich, nackt am Set rumzulaufen, aber noch peinlicher ist es, nackt mit einem Eierschoner.

magazine4: Es soll eine Fortsetzung von „The Team“ geben – wenn Du gefragt wirst, machst Du dann weiterhin mit?

Marc BenjaminMarc Benjamin: Soviel ich weiss wird die zweite Staffel soeben geschrieben. Ob ich dann noch dabei bin, möchte und kann ich nicht verraten. Das gehört zur Geschichte dazu. Wer weiß, was am Ende der ersten Staffel passiert…

magazine4: Bisher hast Du mehr im Theater gespielt – jetzt kamen auch schon Kinorollen und eben die Rolle in „The Team“ dazu. Bleibst Du dem Theater treu, oder ist TV und Kino das, wo Du beruflich gesehen hin willst?

Marc Benjamin: Das Theater ist unersetzbar. Ich werde immer wieder dahin zurückkehren. Jedoch möchte ich im Moment meine Freiheit geniessen und mich weiterentwickeln. Aber Film und Theater schließt sich gegenseitig nicht aus.

magazine4: Hast Du keine Angst, nach dem Erfolg von „The Team“ auf TV-Krimi-Rollen festgelegt zu werden?

Marc Benjamin: Überhaupt nicht. Im Moment bin ich dankbar, dass ich meinen Traum leben darf.

magazine4: Zähle uns doch mal die gravierenden Unterschiede für Dich in Deiner Arbeit als Schauspieler zwischen einer TV-Produktion und einer Theater-Produktion auf.

Marc Benjamin: Im Theater hast du sechs bis acht Wochen Zeit, zu proben. Und die Probenzeit ist für mich fast schöner als die Vorstellungen danach. Da ist es erlaubt, Fehler zu machen und Grenzen zu überschreiten. Film ist sehr technisch und hat etwas Architektonisches. Ich kann von meiner Rolle tagträumen und mir eine Geschichte dazu ausdenken. Am Set prallen dann verschiedene Fantasien aufeinander, und der Regisseur versucht diese zu kanalisieren.

magazine4: Wie groß lastet der Druck, ob eine Serie Erfolg haben wird, auf Dir als Schauspieler persönlich? Nimmt man sich Erfolg bzw. Misserfolg persönlich sehr zu Herzen?

Marc Benjamin: Wenn man ein Buch über Versagen schreibt und es sich nicht verkauft, nennt sich das dann Erfolg? Erfolg bedeutet für jeden etwas anderes. Wenn wir etwas Neues, Mutiges geschaffen haben, an das wir glauben, dann bin ich glücklich. Ob die Zuschauer das genauso sehen, ist beim Schaffen selbst erstmal irrelevant. Die Macher, die versuchen Zuschauerreaktionen vorherzusehen und sich danach zu richten, füllen höchstens schon bestehende Fußstapfen aus. Ich will dahin, wo noch keiner war. Wenn die Zuschauer mir folgen, umso schöner.

magazine4: Ist die Serie eine Chance für Dich, für den Sprung ins große, weite Film-Business?

Marc Benjamin: Ich hoffe. Man sollte jedoch ein Projekt machen, weil es einem Spaß bringt und nicht, weil es eine Chance für ein weiteres Projekt ist. Ansonsten verpasst man ja das ganze Leben.

magazine4: Beschreibe das Gefühl, wenn man sich zum ersten Mal selbst auf der Leinwand oder im Fernsehen sieht.

Marc Benjamin: Ich saß still im Kino mit allen Beteiligten, war nervös und wartete darauf, bis dem Ersten auffällt, dass ich nichts kann.

magazine4: Wie sind Deine Pläne für die Zukunft? Was sehen wir als Nächstes von Dir?

Marc Benjamin: Die nächste Rolle wird ein Norwegischer Skispringer sein. Mehr darf ich leider nicht verraten. Nicht, dass die mich noch umbesetzen…

magazine4: Wenn es mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte, was hättest Du dann gemacht?

Marc Benjamin: Dann hätte ich versucht, Fußballprofi zu werden und wäre kläglich gescheitert.

magazine4: Es gibt ja viele gute, talentierte Jungschauspieler – welchen Tipp hast Du für sie, um beruflich voran zu kommen? Was sollten sie tun?

Marc BenjaminMarc Benjamin: Ich bin selbst noch ganz am Anfang, aber an sich zu glauben kann bestimmt nicht schaden. Ein Rezept gibt es nicht, und das ist das Schöne daran.

magazine4: Du bist eigentlich aus der Schweiz, aus Basel, hast aber jetzt schon seit längerem eine feste Anstellung bei den Münchner Kammerspielen. Ist Dir der Abschied aus der Heimat schwer gefallen?

Marc Benjamin: Ich finde es viel schöner wegzugehen, um immer wieder zurück zu kommen.

magazine4: Was unterscheidet München von Basel? Was gefällt Dir in München besonders gut?

Marc Benjamin: Basel hat den besseren Fußballclub. Nein, im Ernst, München ist eine wunderschöne Stadt, die viel kreative Kraft besitzt. Basel ist und bleibt aber meine Heimat.

magazine4: Wo gehst Du in München gerne aus? Deine Hot-Spots?

Marc Benjamin: Ich lasse mich treiben.

Wir freuen uns schon, Marc Benjamin auch in Zukunft noch öfter in Film und Fernsehen zu sehen! Viel Erfolg!

Wenn ihr weitere Infos zu Marc Benjamin wünscht, dann klickt Euch einfach auf seiner facebook-Seite rein: https://www.facebook.com/iamMarcBenjamin

Die Serie „The Team“ läuft immer sonntags um 22:oo Uhr im ZDF. In der ZDF-Mediathek gibt es bereits alle Folgen in der Originalfassung mit deutschem Untertitel (hier ist der Link zur ZDF-Mediathek: http://www.zdf.de/the-team/the-team-35858908.html). Wir haben uns die Serie bereits angesehen und können sie Euch nur empfehlen – wirklich spannend und kurzweilig erzählt, verzwickte Story und definitiv mit Sucht-Charakter. Ein Glück, dass man die Serie streamen kann: wir haben uns alle vier Folgen am Stück angesehen!

Set-Foto von Marc Benjamin: Copyright ZDF und FREDERIC BATIER
Portrait-Fotos: © Luis Zeno Kuhn

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