7. August 2017

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Ein Herz für Tiere

Tiertafel Deutschland e.V.

Nicht nur die Menschen leiden unter dieser kalten Jahreszeit. Auch die kleinen und großen Vierbeiner mit bedürftigen Besitzern brauchen gerade in dieser Zeit Hilfe. Die Tiertafel Deutschland e.V. macht es möglich, durch jegliche Spenden der verschiedensten Betriebe und Partner, dass Tiere in Not genug zu mampfen haben. Gerade für Menschen, die in finanziellen Nöten leben, ist ein Haustier meist der letzte Halt bevor die soziale Vereinsamung eintritt. Ein Tier ist für viele der beste Freund und oft einziger Ansprechpartner. Damit die Beziehung zwischen Mensch und Tier erhalten und im angemessenen Zustand bleibt, wurde im Oktober 2006 die Tiertafel Deutschland e.V. gegründet. Es gibt inzwischen schon 24 Ausgabestellen, die ausschließlich ehrenamtlich betrieben werden. Trotz der hohen Zahl an Spendern reicht es nicht immer aus, denn auch die Zahl der bedürftigen Münchnerinnen und Münchner, die von der Ausgabestelle in der Implerstraße 1 betreut und deren Tiere versorgt werden, ist enorm gestiegen. Geboten wird den Herrchen reichlich Tierfutter, Leckerlis und Zubehör, das Team der Tiertafel hat auch jederzeit ein offenes Ohr.

Die Leiterin der Ausgabestelle in München Andrea de Mello erzählt uns etwas über die Tiertafel in München:

Wer ist der Gründer dieser Organisation?
Die Tiertafel Deutschland e.V. wurde 2006 von Frau Claudia Hollm gegründet. Die Ausgabestelle in München gibt es mit Unterbrechung seit 2008.

Wie viele Investoren und Spender gibt es in München schon? Steigt die Zahl von Jahr zu Jahr?
Investoren gibt es überhaupt keine. Die Ausgabestelle in München lebt hauptsächlich von privaten Spendern und großzügigen Einzelhändlern, die uns erlauben, Futterspendenboxen aufzustellen und zu leeren. Zwar steigt die Zahl der Spender mit dem Bekanntheitsgrad, gleichzeitig nimmt aber die Zahl der bedürftigen Münchnerinnen und Münchner überproportional zu. Mittlerweile haben wir über 500 Bedürftige in unserer Kartei und versorgen regelmäßig über 200 Menschen und rund 600 Tiere.


Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus? Was sind Ihre Aufgaben?

Wie alle ehrenamtlichen Helfer der Ausgabestelle bin ich in Vollzeit berufstätig. Das bedeutet, mein Tiertafel-Arbeitstag beginnt nach Feierabend und nimmt auch einen Großteil der Wochenenden ein. Ich betreue die E-Mailadresse muenchen@tiertafel.de und beantworte dort viele Anfragen von Bedürftigen und Interessierten. Wir arbeiten eng mit einer Reihe Tierärzte zusammen und helfen unseren Kunden z.B. bei Ratenzahlungsvereinbarungen. Dann gilt es die Spendenabholungen zu koordinieren. Viele Touren fahre ich selbst, auch um Kontakte zu pflegen. Ist das Futter dann geholt, muss es inventarmäßig erfasst und für die nächste Ausgabe vorbereitet werden. Wir portionieren das gespendete Trockenfutter, die Leckerlis und Katzenstreu, damit unsere Kunden für eine Woche versorgt sind. Das alles ist natürlich nur mit einem verlässlichen Team zu stemmen, das es ebenfalls zu organisieren und zu motivieren gilt. Messe- und Eventvorbereitungen sowie Pressearbeit dürfen auch nicht fehlen. Neben der vielen

Telefonarbeit und dem intensiven Kontakt zu anderen Ausgabestellen und dem Vorstand bin ich an mindestens 3 Abenden der Woche auch vor Ort in der Implerstraße 1. So auch an jedem Donnerstag, wenn wir zwischen 19 und 20 Uhr Spenden von Privatleuten entgegen nehmen.

Kommt es auch vor, dass Menschen mit normalen Einkünften zu Ihnen kommen um Essen für ihre Vierbeiner zu erhaschen?
Nein, denn die Bedürftigkeit der Menschen, die zu uns kommen, muss nachgewiesen werden. Wir möchten sowohl zur Anmeldung als auch regelmäßig danach aktuelle Leistungsbescheide sehen, auch um eventuellem Missbrauch vorzubeugen. Vielmehr haben wir oft Menschen, die sich während der finanziellen Notlage ein Tier angeschafft haben und dann zu uns kommen und um Unterstützung bitten. Diese müssen wir dann leider ablehnen. Wer sich ein Tier anschafft und schon weiß, dass er es nicht artgerecht versorgen kann, handelt in unseren Augen mehr als verantwortungslos. Wir wollen mit unserer Hilfe erreichen, dass Menschen, die schon viele Jahre mit ihrem geliebten Tier zusammen leben, sich nicht davon trennen

müssen, nur weil sich die finanzielle Lage durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Altersrente verschlechtert hat.

Wollen Sie im nächsten Jahr noch Größer werden und wie soll das aussehen?
In allererster Linie möchten wir unsere Vorräte vergrößern, damit wir wirklich einmal 1 oder 2 Monate nicht daran denken müssen, Spenden zu organisieren. Im Moment hangeln wir uns von einem Ausgabe-Samstag – der alle 14 Tage stattfindet – zum nächsten. Das Nassfutter reicht oft nur für eine Ausgabe, dann muss wieder neu akquiriert werden. Ohne diese Sorge möchten wir dann natürlich die Menschen erreichen, die momentan nicht zu uns kommen. Sei es aus Scham oder wegen fehlender Mobilität. Ich bin sicher, dass es in München noch viele alte und kranke Menschen gibt, denen wir helfen können.

Ein weiteres Ziel ist es, unsere Ausgabestelle nicht nur für unsere Kunden, sondern auch für alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ein wenig heimeliger zu machen. Derzeit sind wir ohne Heizung, ohne

fließend Wasser und ohne Toilette, was den Aufenthalt gerade in letzter Zeit bei zweistelligen Minusgraden zur großen Herausforderung gemacht hat.

Wenn Sie die Ausgabestellen München der Tiertafel Deutschland e.V. unterstützen möchten, können Sie dies gerne mit Geld-, Futter- und Sachspenden tun:
Tiertafel Deutschland e.V.:
Kontonummer: 3772852 bei der
Deutschen Bank ( BLZ 120 700 24)
Verwendungszweck: „Spende München“
Bargeldspenden verwenden wir zur Bezuschussung von Tierarztrechnungen und Vorsorge. Futter- und Sachspenden nimmt die Tiertafel an jedem Donnerstag zwischen 19 und 20 Uhr sowie an allen Ausgabe-Samstagen in der Ausgabestelle Implerstraße 1, 81371 München entgegen.

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