13. Mai 2017

You are here: / International / Specials / Bangkoks geheime Kulturgüter

Bangkoks geheime Kulturgüter

Bildschirmfoto_2012-10-22_um_15.19.06.png

Es gibt nur wenige Städte auf der Welt, in der Faszination und Wahnsinn derart eng miteinander verknüpft sind wie in Bangkok. Während viele dem Großstadtkollaps mit exzessivem Shopping begegnen, empfiehlt Andreas Burkert eine Reise in das kulturelle Bangkok.

James Harrison Wilson Thompson aus Greenville, Delaware, hat mitten in Bangkok mehrere Holzhäuser gebaut – in traditioneller Bauweise. Noch heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, steht sein Anwesen nahezu unverändert im Stadtteil Pathum Wan in der Soi Kasemsan 2. Das ist erstaunlich. Scheint sich doch die Millionenmetropole jedes Jahr architektonisch neu zu erfinden. Platz für die Tradition ist nicht vorhanden. Zu schnell schlägt der Puls der Stadt. Die wenigen Ausnahmen sind die Tempel, der Königspalast und eben das Jim Thompson Haus.
Dem US-Amerikaner hat Thailand damit ein Denkmal gesetzt. Zur Erinnerung an seine großen Verdienste für die Seidenindustrie, die er in den 1950iger Jahren aufgebaut hat und die bis heute weltberühmt ist. Vielleicht aber auch hofft die James H.W. Thompson Foundation

insgeheim auf die Rückkehr des seit 1967 verschollenen Abenteurers. Wer seine faszinierende Lebensgeschichte und die mysteriöse Geschichte seines Verschwindens in den Cameron Highlands erfahren möchte, kann täglich dort vorbeischauen. Weil Thompson aber auch Zeit seines Lebens wichtige Kulturgüter Thailands gesammelt hat, gleicht das Anwesen einem kulturhistorischen Museum, umgeben von einem alten Dschungelgarten.

Das späte Glück der Kultur
Das kulturelle Bewusstsein der Thailänder ist im Vergleich kaum älter, äußern Kritiker. „Erst in den 1970iger Jahren besannen wir uns auf das Erbe unserer Kultur“, erzählt Tongluan Promjanta. Er General Manager der Opensky Ltd. und führt unter anderem durch das kulturelle Bangkok. Auf seinem Weg liegt auch das neue Kunst- und Kulturzentrum. Das Museum für zeitgenössische Kunst findet sich mitten im Einkaufsparadies der Stadt und ist daher sehr leicht per Skytrain zu erreichen. Dass der Bau erst im Jahr 2000 begann und

dann wegen Finanzierungsschwierigkeiten und Korruptionsvorwürfen erst vor drei Jahren eröffnet wurde, ist ein weiterer Beleg für das Mauerblümchen Kulturtourismus. „Dabei setzt Bangkok in den letzten Jahren zunehmend auf den nachhaltigen städtischen Kulturtourismus“, sagt Promjanta. Die asiatische Metropole leitet damit einen imageträchtigen Paradigmenwechsel ein.

Die Kultur Thailands wurde vor allem von den Nachbarländern beeinflusst. Die Thais aber haben die Kultur auf ihre Art und mit großem künstlerischem Talent verfeinert. Eine Auswahl der Kulturgüter finden sich in zahlreichen Museen de Stadt.

Bildschirmfoto_2012-10-22_um_15.18.56.png