27. Mai 2017

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1. Airportday am Münchner Flughafen

Strahlender Sonnenschein, sengende Hitze und ein spannendes Programm lockte am Wochenende Interessierte zum ersten Münchner Airportday. Bis Freitag Nachmittag hatten sich 15.000 Besucher über die Webseite namentlich für die begehrten, kostenlosen Eintrittskarten angemeldet, dann mußte dieses Angebot geschlossen werden. Wohlwissend, dass sich viele Menschen ohne Ankündigung auf den Weg machen würden, hatte der Veranstalter nochmals 15.000 Karten für die Veranstaltung vorgesehen. Mit diesem Puffer war es vollkommen unproblematisch die 20.000 Menschen, die dann tatsächlich kamen, auf das Vorfeld des Münchner Flughafens zu lassen.

Außer den teils historischen Flugzeugen war einiges geboten. Im Besucherpark wurde der komplett neu gestaltete Weltspielplatz eröffnet und sofort mit großer Begeisterung von den vielen Kindern für sich erobert. Auf dem Festgelände waren verschiedene Fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr aufgebaut und konnten besichtigt werden. Auch eine Rundtour über den Flughafen konnte mit einem Löschgerät unternommen werden. Wagemutige ließen sich mit einer Drehleiter auf wackelige 27 m Höhe für eine schöne Aussicht transportieren. Das Interesse war hoch und so bildeten sich lange Schlangen vor den Ausstellungsstücken.

Mit der Hispano Aviación 200 D der Messerschmidt-Stiftung wurde ein spanisches Trainingsflugzeug, das unter der Leitung von Flugpionier Willy Messerschmidt in den 50er Jahren konstruiert wurde, ausgestellt. Letzte Exemplare dieses Trainingsflugzeug dienten bei der spanischen Luftwaffe bis 1982. Ein wirkliches Relikt aus den Frühzeiten des strahlgetriebenen Fliegens. Pilot Wolfgang Schirdewahn zum Hauptunterschied zu heutigen Düsenflugzeugen: „Man muss noch sehr darauf acht geben, wieviel Schub man gibt, so dass das Triebwerk nicht überdreht – das ist etwas woran man heute überhaupt nicht mehr denken muss!“

Gleich dahinter überragte eine Boeing 777 neuester Bauart die anderen Flugzeuge. FedEx hatte das Frachtflugzeug ausgestellt, das im regulären Betrieb die Strecke Frankfurt – Memphis fliegt. Trotz nahtlosem Logistikbetrieb eines Speditions-Großbetriebs konnte FedEx das Flugzeug aus ihrer Flotte nehmen und in München präsentieren.

Major Klax Anreise mit dem Eurofighter war eine denkbar kurze. Zehn Minuten Flugzeit aus Neuburg an der Donau reichten um zum Ausstellungsgelände auf dem Vorfeld des Münchner Flughafen zu gelangen. Da der Eurofighter schon am Freitag in München ankam und über das Wochenende dort blieb, musste der Pilot mit dem Auto wieder zurück zum Heimatstandort fahren. „Zehn Minuten Flug gegen eine Stunde mit dem Auto, das ist doch ein Unterschied“, so Major Klax mit einem breiten Grinsen.

Im Anschluss daran war eine Transall C-160 zu bestaunen, die durch den Frachtraum betreten werden durfte. Das Rückgrat des Transportes der Luftwaffe wird am 30. April 2018 sein 50stiges Dienstjubiläum feiern. Von der greifbaren Stabilität des Flugzeuges konnte man sich an diesem Airportday selbst überzeugen. Pilot Bernie Vogg vom Lufttransportgeschwader 61 aus Landsberg: „Für mich stellte sich nach der Grundausbildung die Frage ob Hubschrauber-, Transport- oder Jetpilot. Ich folgte dem Rat meines Vaters und ging zu den Transportflugzeugen, da sieht man mehr von der Welt!

Sicher das Highlight des ersten Airportday stellte die Breitling Super Constellation von 1955 dar. Sie ist eines von zwei noch fliegenden Exemplaren. Seit 2004 im Besitz der Super Constellation Flyers Association wird die Maschine jeden Winter mit 5-8000 Mannstunden von den Vereinsmitgliedern in flugfähigem Zustand erhalten, gepflegt und restauriert. Die andere Maschine wird in Australien bei Flugshows eingesetzt.
Ernst Frei, Pilot der „Super Connie“ wie sie liebevoll genannt wird, erklärte anschaulich im freundlichen Zürcher Akzent die Entstehungsgeschichte des Flugzeugs durch strikte Lösung damaliger Anforderungen. „Howard Hughes wollte ein Flugzeug mit dem 100 Passagiere den Atlantik überqueren können, mit vier Motoren mit je mindestens 2500 PS. Die Ingenieure wussten darauf hin, sie müssen eine Hülle mit ca. 29 m Länge konstruieren und benötigen Flügel mit rund 38 m Spannweite. Das Heckruder muss ca. 4 m Höhe haben. Dann ging es los: Ein 4 m hohes Heckruder hätte damals in keinen vorhandenen Hangar gepasst, also machte man drei kleine mit der selben Fläche. Der Heckflügel sass dann wieder zu tief, so dass die Strömung der vier Motoren ihn heruntergedrückt hätte, also setzte man ihn nach oben. Beim weiteren Bau stellte man dann fest, das Bugrad passt nicht komplett in den Fahrwerksschacht, also zog man die Nase nach unten. Das bot den Piloten auch einen besseren Blick, da beim Start durch die Aerodynamik der konventionellen Flügel das gesamte Bug nach oben gedrückt wird, so auch bei der Landung. Schlussendlich kam dieses Flugzeug dabei zustande, das noch heute von den Allermeisten einfach als „schön“ bezeichnet wird.“ Den 60sten Geburtstag feiert die „Super Connie“ dieses Jahr und landete am Sonntag zum ersten Mal in München.

Um 15 Uhr wurde über klar verständliche Lautsprecherdurchsagen eine Gewitterfront angekündigt, die sich im Süden schon Stunden vorher abzeichnete. Die für 15.30 Uhr angekündigten Flying Bulls konnten so dem Publikum nicht mehr gezeigt werden. Ein hell aufscheinender Punkt vor den dunklen Wolken zeugte lediglich von der Ankunft der P38 Lightning, dem „doppelschwänzigen Teufel“, in München. Um 15.30 Uhr war das Vorfeld ohne erkennbares Gedränge geräumt, ein starker Gewitterregen stand kurz bevor. Die Veranstaltung mußte leider frühzeitig geschlossen werden.

Gerne hätten wir noch mehr gesehen, eben die Flying Bulls und noch den Red Bull Air Race Piloten Matthias Dolderer mit seiner Zivko Edge, doch in Hinblick auf andere Openair Veranstaltungen diesen Jahres war das Risiko zu hoch, dass Menschenleben durch Gewitter gefährdet werden. Wolkenbruchartig entlud es sich dann auch wie angekündigt.

Wir hoffen auf einen zweiten Airportday, mit durchgehendem Sonnenschein.

Fotos: ©magazine4/Dominik v.Nostitz, Flughafen München GmbH/Tino Alex Friedel

Weiterführende Links im Web:

Flugmuseum Messerschmidt: http://www.flugmuseum-messerschmitt.de
Super Constellation Flyers Association: http://www.superconstellation.org
Flying Bulls: http://www.flyingbulls.at
Flughafen München: http://www.munich-airport.de

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